Fr
27
Jan
2012
Geriatrisches Vestibularsyndrom beim Hund (25. Tag)
Heute ist der 25. Tag nach dem Rückfall.
Ronja geht es sehr gut! Seit einer guten Woche trabt und galoppiert sie wieder auf den Spaziergängen. Auf unebenem und rutschigem Boden schwankt sie ab und an noch ein bisschen, fängt sich aber sofort. Auch wenn sie sich schnell umdreht, schwankt sie leicht. Die Kopfschiefhaltung ist - na ja, ich würde sagen zu 98% weg. Das ist mehr als wir erhofften, deshalb sind wir auch sehr, sehr dankbar. Die Arthrose macht ihr zu schaffen, aber bei einem 14jährigen Hund dürfte das fast normal sein. Mit zwei Gaben Metacam pro Tag lebt sie wieder gut, sonst würde sie wohl nicht traben oder gar eine kleine Galoppaden hinlegen.
Heute haben wir 4 Suppenhühner und Karotten eingekauft, wir kochen das Futter - zumindest zum grossen Teil - selber. Am Sonntag werden alle Kochtöpfe belegt sein und Ronja wird so nah sitzen wie sie nur kann, man weiss ja nie, ob etwas herunterfällt.... Seit diesem Rückfall verwöhne ich sie futtertechnisch ziemlich, morgen gibt es z.B. ein Stückchen gedünstetes Lachsfilet, ihre Lieblingsspeise.
Sa
14
Jan
2012
Geriatrisches Vestibularsyndrom beim Hund (11. Tag)
Am 11. Tag nach dem Rückfall geht es Ronja wesentlich besser. Wir sind unheimlich dankbar. Nur wenn sie sich schnell drehen will, verliert sie das Gleichgewicht, kann sich aber immer aus eigener Kraft auffangen. Die Kopfschiefhaltung ist kaum noch sichtbar. Ihr Blick ist klar, kein Nystagmus mehr zu sehen. Einzig die Arthrose im rechten Fuss macht ihr schwer zu schaffen. Morgens kann sie nicht mal mehr auftreten. Wir haben uns entschlossen die Tagesdosis Metacam zu erhöhen und auf zwei Gaben - morgens und spät abends - zu verteilen. Gegen die Arthrose ist kein Kraut gewachsen, also müssen wir auf Entzündungshemmer/Schmerzmittel zurückgreifen. Am späten Morgen merkt man ihr an, dass die Schmerzen nachlassen. Sie nimmt ihre alten Gewohnheiten wieder an, draussen läuft sie gut bis sehr gut. Auf dem Nachhauseweg trabt sie schon mal oder hüpft über eine Pfütze. Ohne die Arthroseschmerzen ist sie wieder richtig vergnügt, fordert zum Spiel auf und ist stets für alles zu haben. Das hält bis wir zu Bett gehen. Und am Morgen dann immer diese Ernüchterung. Hoffentlich können wir die Entzündung eindämmen und mit der zweimaligen Gabe von Metacam einen guten Spiegel aufbauen.
Die Teppiche sind gelegt, das hilft enorm. Wegrutschen ist jetzt kein Thema mehr.
Britta, vielen Dank für Deinen Tipp mit den Schuhen. Für viele Hunde wäre das ideal. Ronja wäre völlig gestresst mit diesen neuen Accessoirs. Und bei dem ohnehin nicht ganz sicheren Gang möchte ich sie nicht noch zusätzlich verunsichern.
Mi
11
Jan
2012
Geriatrisches Vestibularsyndrom beim Hund (8. Tag)
Heute ist der 8. Tag nach dem Rückfall.
Auf dem gestrigen Nachmittagsspaziergang hat Ronja wieder besser laufen können. Metacam sei Dank.
Am frühen Morgen fällt ihr das Aufstehen bzw. das Gehen auf dem Linoleum-Boden sehr schwer. Mit kurzen, staksigen Schritten versucht sie ihr Gleichgewicht zu halten und nicht weg zu rutschen. Sobald sie auf Teppich oder draussen geht, läuft sie viel besser und sicherer. Schnelles Drehen oder Schütteln bringen sie noch arg ins Wanken. Die Kopfschiefhaltung ist viel besser geworden, nur manchmal kann man es deutlich sehen. Der Nystagmus war bei diesem Rückfall nicht so stark ausgeprägt. Heute sieht sie mich mit ganz klaren, ruhigen Augen an.
Momentan kann man von einer recht guten Genesung sprechen. Die Lebensqualität ist auf alle Fälle wieder viel besser geworden. Morgen werden wir uns nach einem geeigneten Teppich umsehen. Deshalb gibt es erst übermorgen die nächsten News.
Von Anja Herrmann habe ich noch diesen interessanten Beitrag einer Radiosendung über das Vestibularsyndrom mit einer Tierärztin erhalten (vielen Dank!).
Di
10
Jan
2012
Geriatrisches Vestibularsyndrom beim Hund (7. Tag)
Heute ist der 7. Tag nach dem Rückfall.
Gestern telefonierte ich mit dem Tierarzt. Über die Fortschritte war er natürlich sehr erfreut. Auf meine Nachfrage, ob man Ronja in irgend einer Weise zusätzlich unterstützen könne, verneinte er nur. Ausser dem erwähnten Medikament "Karsivan" zur Durchblutungsförderung sei nichts bekannt. Ebenso wisse man nichts über die genaue Ursache, weshalb das Gleichgewichtsorgan so plötzlich verrückt spielt. Wie einen Schlag hat mich - obwohl es mir eigentlich bewusst ist - die Aussage getroffen, wir sollen einfach jeden Tag mit Ronja geniessen. Natürlich war das nur nett gemeint, hat mir aber die Endlichkeit unseres Lebens wieder schlagartig vor Augen geführt. Richtig freuen kann ich mich nicht, ein vorsichtiger Optimismus hat diesen Platz eingenommen.
Das erste Aufstehen nach einer ruhigen Nacht gestaltete sich heute schwierig. Ronja konnte kaum stehen, rutschte auch noch auf dem Linoleum-Boden und verdrehte sich die Pfote. Nun hinkt sie und weiss kaum, wie sie wo entlasten soll. Die Spaziergänge waren kurz, sie hinkte nonstop. Sogar eine Gabe Metacam bringt nicht wirklich viel. Ronja ist sehr anhänglich, kann kaum genug gestreichelt werden. Für mich erstaunlich, sie wollte im Liegen spielen. Wir haben allabendlich ein Spielritual, das seit dem Rückfall nicht mehr betrieben werden konnte. Und ausgerechnet heute, wo ihr die Pfote übel mitspielt, fordert sie mich auf.
Übermorgen werden wir Läufer (Teppiche) besorgen, damit der Halt besser wird. Durch das Hinken wankt sie auch hinten mehr. Ronja tut mir echt leid, muss wirklich immer alles zusammen kommen??? Wir hoffen bei regelmässigen Gaben weiterhin auf das Metacam, dieser Entzündungshemmer und Schmerzstiller nützt normalerweise sehr gut.
Gerade ist Gerd vom Briefkasten zurück und Ronja hat ihn an der Türe begrüsst. Ihr Wille ist wirklich stark. Da kann man sich nur eine Scheibe abschneiden.
Morgen berichte ich, wie sich der restliche Tag gestaltet hat, es ist ja erst 10.40h.
Mo
09
Jan
2012
Geriatrisches Vestibularsyndrom beim Hund (6. Tag)
Heute ist der 6. Tag nach dem Rückfall.
Heute Morgen kam Ronja erneut selbstständig an mein Bett. Als ich aus dem Bad kam, sah sie mich, von ihrem Platz aus in Sphinxstellung liegend, mit GERADER KOPFHALTUNG an! Also kann man erneut von einem Fortschritt sprechen. Die Kopfhaltung blieb nicht so gerade, ist aber deutlich weniger schräg als gestern oder vorgestern. Wenn sie aufsteht und sich - in alter Manier - schnell dreht, um zur Tür zu gelangen, wankt sie noch, sucht nach dem Gleichgewicht, fällt aber nicht mehr hin. In solchen Momenten ist auch die Kopfschiefhaltung wieder zu sehen.
Draussen sieht man ihr nicht mehr viel an. In manchen Situationen wankt sie leicht, fängt sich aber sofort und geniesst das "Zeitung lesen" definitiv. Ronja wird aktuell viermal täglich Gassi geführt. Dreimal täglich zirka 200m, spät abends noch etwa 100m. Besonders am frühen Morgen könnte sie wahrscheinlich locker das doppelte laufen, wir lassen es aber lieber sachte angehen. Auf dem Nachhauseweg zieht sie schon wieder, die Raubtierfütterung steht dann bevor. Die Lebensfreude (ihre und unsere...) kehrt zurück. Es ist ein beruhigendes und wunderbares Gefühl zu sehen, wie sie ihre alten Gewohnheiten wieder aufnehmen kann und Freude am Leben zeigt!
Heute werde ich wie vereinbart für einen Zwischenbericht mit dem Tierarzt telefonieren. Die Behandlung mit Karsivan wird lebenslänglich fortgesetzt werden. Ansonsten gibt es - soweit ich weiss - keine andere Behandlungsmethode.
Morgen gibt es einen weiteren Bericht.
So
08
Jan
2012
Vestibularsyndrom beim Hund (Fortschritte 5. Tag)
Heute ist der 5. Tag nach dem Rückfall.
Es gibt Fortschritte zu melden, ich freue mich wahnsinnig. Kurz vor 07h kam mich Ronja selbstständig wecken, und das erst noch mit einem wachen Blick. Die Kopfschiefhaltung besteht noch immer, mal mehr, mal weniger. Draussen war Ronja wieder sehr an den Gerüchen ihres Reviers interessiert, liess sich sogar ziemlich Zeit mit dem Versäubern. Heute schaffte sie etwa 200m, auf dem Nachhauseweg hatte sie einen recht zügigen, wenn auch nicht ganz sicheren Schritt drauf. Ronja hatte Hunger, mit grossem Appetit ging sie an den Napf und forderte das erste Mal seit 5 Tagen wieder ihr Leckerli.
Wenn ich die Schwere des Rückfalls bedenke, ist der heutige Fortschritt enorm. Es ist also alles möglich, nicht verzagen!
http://526557.guestbook.onetwomax.de/?vd=100801
Dieser Link führt direkt zu einem speziell eingerichteten Gästebuch, wo ausschliesslich über dieses Vestibularsyndrom berichtet wird.
Sa
07
Jan
2012
Geriatrisches Vestibularsyndrom beim Hund
Mit unserer 14-jährigen Malinois-Hündin waren wir am 3. Januar 2012 spazieren. Sie trabte und galoppierte noch fröhlich herum, schnüffelte überall, die Welt war in Ordnung. Eine halbe Stunde später konnte sich Ronja nicht mehr auf den Beinen halten. Sie kippte hinten nach rechts und nach links um. Zusätzlich hielt sie den Kopf extrem schief, als ob sie jemand zu Boden drücken würde. Nach wenigen Minuten brach sie ganz zusammen und konnte gar nicht mehr aufstehen. Es war ein Bild des Elends. Sogar als sie auf dem Boden lag knallte sie mit dem Kopf immer wieder runter. Wir rasten sofort in die Tierklinik. Wie befürchtet wurde ein sehr schwerer Rückfall des sogenannten geriatrischen Vestibular-Syndroms diagnostiziert.
Vor knapp 3 Monaten wurden wir das erste Mal mit dieser Diagnose konfrontiert. Allerdings war das nichts gegenüber den aktuellen Symptomen. Der Verlauf war mild, d.h. Ronja schaute "nur" dauernd an die Decke und versuchte mit den Augen irgend etwas zu fixieren. Kleine Gangunsicherheiten kamen dazu. Wir bekamen das Medikament "Karsivan". Nach wenigen Gaben dieses Medikamentes gegen Durchblutungsstörungen ging es unserem Hundchen besser, nach 10 Tagen war sie wieder ganz "die alte". Wir hofften natürlich, die Sache wäre hiermit erledigt. Denkste. Es kommt immer alles anders als man meint.
Am 3. Januar also blieb uns nichts anderes übrig als Ronja stationär in der Tierklinik zu lassen. Sie wurde an den Tropf gelegt, Enzyme und Spurenelemente wurden gegeben. Daneben lief das Karsivan weiter. Nach einem Tag konnte sie knapp alleine stehen, aber noch nicht gehen. Nach zwei Tagen hatte sie wieder Appetit, konnte sich alleine aufrichten und 5-6 Schritte gehen. Sie versäuberte sich draussen, kippte allerdings immer wieder um. Am dritten Tag war sie so stabil, dass der Tierarzt meinte, wir können sie mit nach Hause nehmen. Heute, am vierten Tag ist sie zwar noch sehr müde, sie schwankt noch, kippt aber nicht mehr um. Sie versäubert sich selbstständig draussen und kann wieder etwa 50m selbstständig gehen. Gestern wankte sie sofort, wenn sie den Kopf nach unten hielt und Wasser trinken wollte. Deshalb haben wir die Futternäpfe höher gestellt, was eindeutig nützt, das Wanken ist nur noch minimal zu sehen. Wir müssen ihr nun 4-8 Wochen Zeit zur Erholung geben. Erst dann kann man genauer abschätzen, ob sie sich vollständig erholen kann oder ob z.B. die Kopfschiefhaltung oder das Wanken bleibt. Momentan wage ich mich an keine Prognose heran. Alles ist möglich. Wichtig ist nur Geduld zu haben und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Ronja will, das ist deutlich sichtbar. Dies ist auch die Einschätzung unseres Tierarztes, dem ich sehr dankbar bin. Er stellte sofort und ohne zu zögern die korrekte Diagnose. Er hat nichts beschönigt, sieht aber gute Fortschritte und meinte, er würde es auf alle Fälle versuchen.
Ich werde weiter darüber berichten.
Gibt es unter den Blog-Lesern selber betroffene Personen? Wenn ja, schreibt mir doch, ich würde mich über einen Austausch freuen!